Mascha Madörin

Mascha Madörin, 1946, ist Ökonomin (lic.rer.pol. Universität Basel, 1970). Sie hat während ihres Berufslebens vor allem zu folgenden Themen gearbeitet:

  • Entwicklungsökonomie, internationale Wirtschaftsbeziehungen, Finanzkrisen, Wirtschaftspolitik des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank
  • Finanzplatz Schweiz und internationaler Finanzsektor, Geldwäscherei, Steuerflucht, Verschuldung, Potentatengelder und Korruption
  • Südafrika während der Apartheid, Auswirkungen internationaler Wirtschaftssanktionen auf das Apartheid-Regime
  • Gender Budgeting und politische und soziale Ökonomie von Care in der Schweiz
  • Makro- und meso-ökonomische Aspekte der feministischen Ökonomie

Berufliche Laufbahn

  • 1966–1970 Wirtschaftsstudium an der Universität Basel mit Lizentiat lic.rer.pol. (entspricht MA in Wirtschaftswissenschaften) mit Spezialisierung in «Ökonomie der Entwicklungsländer» und «Geschichte und Methode der Volkswirtschaftslehre» bei Prof. Karl William Kapp.
  • 1971–1975 Praktika und erste Teilzeit-Jobs in der Stabsstelle Finanzplanung des Kantons Basel-Landschaft, in einer privaten Forschungsfirma und im Wirtschaftsdokumentationszentrum einer Grossbank.
  • 1971/72 Einjähriger Aufenthalt in Burundi als begleitende Ehefrau eines Mitarbeiters für die schweizerische Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza).
  • 1976–1980 Assistentin an der Universität Eduardo Mondlane in Maputo, Mosambik: Vorlesungen zu Entwicklungs und Landwirtschaftsökonomie, Einführung in die Sozialwissenschaften und die marxistische Theorie; Beteiligung an Forschungsprojekten des «Centro de Estudos Africanos» unter Prof. Ruth First über die Auswirkungen der Wirtschaftssanktionen auf das damalige Rhodesien (Zimbabwe), an Feldforschung zu Wanderarbeit in den Bergbau Südafrikas, zu (kleinbäuerlicher, v.a. Frauen-) Landwirtschaft im Süden von Mosambik, zu Arbeitslosigkeit und zum informellen Sektor in Maputo.
  • 1980–1982 Studien zu Wanderarbeit (Saisonnierstatut) und zum Tourismus in Schweizer Berggebieten (mit Marguerite Misteli) und zu den Bankenbeziehungen Schweiz–Südafrika (mit Laurence Baysal Fehlmann).
  • 1982–1986 Koordinatorin der Aktion Südafrika Boykott in der Deutschschweiz: Kampagnenarbeit und Analysen der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika, Vorträge, Seminarien und Debatten zum Südlichen Afrika, Herausgabe eines Info-Bulletins.
  • 1986–1988 selbstständig tätig: (Mit)organisation einer Südafrikatagung kirchlicher Organisationen, Aufbau des Dokumentationszentrums Nachrichtenstelle Südliches Afrika (NaSA) bei der Kooperation Evangelischer Missionen KEM in Basel.
  • 1988–1998 Mitarbeiterin der Aktion Finanzplatz Schweiz (AFP, 1978-2012 Portrait : http://findmittel.ch/archive/archNeu/Ar518.html, einzelne Dokumente http://archive.is/www.aktionfinanzplatz.ch): Informationsaufarbeitung und Öffentlichkeitsarbeit zum Finanzplatz Schweiz, zum Bankgeheimnis und Steuerflucht, zu Potentatengelder, Geldwäscherei, Drogenökonomie, Verschuldung, zum internationalen Finanzsystem und der Weltwirtschaft sowie zur Zusammenarbeit der Schweizer Grossbanken mit Südafrika; Mitredaktion der «Finanzplatz-Informationen».
  • 1993/94 als Vertreterin der AFP und einer Gruppe kritischer NationalrätInnen Teilnahme an den ExpertInnenkommissionen 1 und 2 des schweizerischen Bundesrats zum Spielbankengesetz; ausserdem freischaffend tätig zu feministischer Ökonomie, Auswirkungen von Finanzkrisen auf Frauen, zu Gender und Strukturanpassungsprogrammen von IWF und Weltbank; zahlreiche Referate und Artikel, Seminare und Ringvorlesungen an Universitäten.
  • 1999–2000 selbstständig tätig als Publizistin, Konsulentin und Dozentin zu feministischer Wirtschaftspolitik, Gleichstellungsfragen, den Beziehungen Schweiz–Südafrika sowie neuen weltwirtschaftlichen Entwicklungen; diverse Veröffentlichungen, u.a. eine Serie in der WOZ – Die Wochenzeitung (www.woz.ch) zu feministischer Ökonomie sowie verschiedene Publikationen im Auftrag und als Mitglied der Recherchiergruppe Schweiz-Südafrika (Reihe «Apartheid Connections», www.apartheid-reparations.ch/de/recherchiergruppe.php).
  • 2001–2004 Koordinatorin der KEESA (Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika, www.apartheid-reparations.ch) und Arbeit für die Aktion Finanzplatz Schweiz (AFP): Recherchen zu Steuerhinterziehung und Kapitalflucht sowie zu den Beziehungen Schweiz–Südafrika; freischaffend tätig zu feministischer Wirtschaftspolitik und Gender Budgeting.
  • Seit 2005 selbstständig tätig mit den Schwerpunkten feministische Wirtschaftstheorie und -politik, Gesundheitsökonomie und Gender Budgeting.

Berufstätigkeit zur feministischen Ökonomie seit 2000: Beratung, Forschung, Unterricht und Referate

  • seit 2000 Beratung und Expertisen zu Gender Budgeting für: Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Deza), Projekt Stadt Basel, Stadt Zürich, Evangelische Kirchen Schweiz, Mädchenzentrum Zürich, Jugend+Sport; (Mit-)Organisation verschiedener Tagungen und Veranstaltungen zu feministischer Ökonomie.
  • 2001–2005 Tagesmodul zu Arbeit und Einkommen im Rahmen des Schwerpunktthemas «Existenzsicherung» an der Hochschule für Soziale Arbeit in Zürich.
  • 2004–2007 Ökonomieunterricht zur Internationalisierung der Wirtschaft und zur Entstehung neuer sozialer Fragen an der Hochschule für Soziale Arbeit in Basel; Ringvorlesungen zu feministischer Ökonomie und zu Fragen des internationalen Finanzsystems an verschiedenen Universitäten in Österreich und in der Schweiz; Beteiligung an Nachdiplomkursen zu Gesundheitsökonomie und Gender, seit 2005 diverse Referate bei Pflegeverbänden und -gewerkschaften.
  • 2007–2009 Mitarbeit an einem Forschungsprojekt von UNRISD (UN Research Institute for Social Development) zur politischen Ökonomie von Care in acht Ländern des Südens und Nordens.
  • seit 2008 Wiederaufnahme feministischer Analysen der Finanzkrise und der EU-«Rettungsprogramme»; zahlreiche Referate zur Wirtschafts- und Finanzkrise aus feministischer Sicht an gewerkschaftlichen, kirchlichen und frauenpolitischen (Bildungs-)Veranstaltungen in Zürich, Wien, Basel, Stuttgart, Nürnberg, München, Bern, Luzern, etc.
  • 2008 und 2009 Beratung des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu den Jahreskonferenzen der «UN Commission on the Status of Women».
  • seit Mitte 2009 Kurse zu (Gesundheits-)Ökonomie aus der Sicht der Pflege an Fachhochschulen in St. Gallen (2009), Freiburg (ab 2009/10), Winterthur (ab 2012) ; seit 2009 diverse Referate über neuere Debatten zur feministischen Ökonomie an den Universitäten Bern, Basel, Freiburg i.Br. und Hannover, beim Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung und bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin; Veranstaltungen in Wien zu Gender Budgeting, zu feministischer Makroökonomie; Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern (IZFG) in Bern; seit 2009 Kurse zur feministischen Kritik der Politischen Ökonomie in Luzern, im Rahmen von WIDE (Women in Development Europe) Switzerland in Bern, weitere Kurse in Basel und Zürich, ebenso bei der Frauenakademie in München.

Mascha Madörin ist eine der Gründerinnen des Frauenrats für Aussenpolitik FrAu (1990–2010), der Zeitschrift «Olympe. Feministische Arbeitsblätter zur Politik» (1994–2012 , http://www.frauenarchivostschweiz.ch/olympe.html) und von WIDE Switzerland (nationale Plattform von «Women In Development Europe», 2008, www.wide-network.ch ). Sie hat zudem das Netzwerk KEESA (Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika, 1998, www.apartheid-reparations.ch) und die Recherchiergruppe Schweiz–Südafrika (1999, www.apartheid-reparations.ch/de/recherchiergruppe.php) mitgegründet.

 

Stand Dezember 2012